12.05.2017, Christian Hameister, Kategorie: Digital Voraus, Im Gespräch mit ...

Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf kleine und mittelständische Unternehmen? Etablierte Geschäftsmodelle stehen auf dem Prüfstand; die Wettbewerbssituation verändert sich rasant. Kurzum: Die digitale Transformation stellt „analoge“ Unternehmen mitunter vor strategische Herausforderungen.

Genau hier setzt der neue Zertifikatslehrgang „Digital Transformation Manager IHK“ an. Der Kurs wurde zusammen mit Experten entwickelt. Er richtet sich an Entscheider, die von den Erfahrungen erfolgreicher Digitalfirmen lernen und profitieren wollen.

In etwa 50 Unterrichtsstunden erfahren die Lehrgangsteilnehmer, wie sie digitale Projekte bewerten, planen und umsetzen können. Der Kurs vermittelt Grundlagen und führt bis hin zur Erstellung einer Roadmap – mit klar strukturierten Schritten und praxisorientierten Instrumenten. Zudem werden Technologien, Lösungen und Projektansätze diskutiert. Best-Practice-Beispiele und strategische Erfolgsfaktoren sind ebenfalls Inhalt des Lehrgangs.

Im Gespräch mit Eric Heinemann

Herr Heinemann, wie kam es zu diesem Lehrgangskonzept?

Das ist eigentlich sehr einfach. Herr Philip Czupras (Geschäftsführer von hanseflow) und ich sind jetzt schon seit einiger Zeit als Dozenten an der Handelskammer tätig. Vor einigen Monaten kam die HKBiS auf uns zu und fragte, ob wir einen Kurs zum Thema 4.0 Digitalisierung & CO ins Leben rufen wollen. Wir haben nicht lange überlegt, sofort das richtige Team zusammen gesucht und mit der Vorplanung begonnen.

Welche Inhalte wollen Sie den Teilnehmern vermitteln?

Uns ist in unserer Praxis aufgefallen, was landläufig schon bekannt ist. Viele Firmen haben ein Problem mit der nahenden Digitalisierung. Einige hat es schon voll erwischt und andere stehen noch vor dieser Aufgabe. Wir haben aber sehr stark bemerkt, dass diejenigen Personen im Unternehmen, die dieses wichtige Thema betreuen sollen, zumeist nicht über das richtige „Rüstzeug“ verfügen. Somit stehen die Ansprechpartner, als auch die Unternehmen selbst, vor dem Problem der fehlenden „digitalen Kompetenz“. Diese Lücke wollen wir im Lehrgang schließen und somit müssen wir bei den Basics anfangen, um ein Grundverständnis für diesen Wandel zu erzeugen. Da geht es zum einen um die grundsätzlichen Zusammenhänge und Auswirkungen der Digitalisierung auf die Märkte, als auch um die Fragestellung, wie zum Beispiel der mittelständische Logistiker die neuen Marktgegebenheiten und Techniken für sein Geschäftsmodell anwenden kann. Wichtig ist uns, in den fünf Tagen einen umfassenden Einblick in die Digitalisierung und seine Facetten zu geben. Unser Wunsch ist es, dass die Teilnehmer voll mit Wissen und Motivation zurück in ihre Unternehmen gehen. Sie sollen anfangen umzudenken, kritisch zu hinterfragen und dieses Wissen gewinnbringend für sich in der Praxis nutzen!

Warum sind Sie der richtige Ansprechpartner für dieses Thema?

Unser tägliches Geschäft ist es Unternehmen in Fragen rundum die Digitalisierung weiterzuhelfen, wir tun dies schon in verschiedensten Ausprägungen seit mehreren Jahren. Mit vielen erfolgreichen Projekten können wir von uns behaupten, dass wir schon einige Fehler gesehen haben und somit ein enorm breites Spektrum an Erfahrungen haben. Aber nicht nur deswegen, sondern auch vor allem weil uns das Thema total Spaß bereitet, sind wir da genau die Richtigen für den Lehrgang. Sehr wichtig an der Stelle ist mir auch, dass wir den Lehrgang gemeinsam mit absoluten Spezialisten aus dem Fach aufgesetzt haben. Mit Philip Czupras (Geschäftsführer von hanseflow), Christoph Lefkes (Geschäftsführer Lefkes Unternehmensberatung) und Christian Schultz (selbstständiger Unternehmensberater) haben wir ein super Team mit viel Praxiserfahrung und Leidenschaft für das Thema Digitalisierung.

Wann kam zum ersten Mal das Thema „Digitalisierung“ für Sie auf?

Als Teil der sogenannten Generation Y bin ich mit dem Thema gefühlt groß geworden. Privat beschäftige ich mich mit den Themen schon seit etwa 2006, beruflich dann gezielter seit etwa 2009. Jetzt ist es mein täglich Brot Unternehmen und Menschen dabei zu helfen, die Digitalisierung besser für sich einzuordnen und gemeinsam mit meinen Kunden Strategien zu entwickeln. Wobei auch wir nicht die komplette Wertschöpfungskette der Digitalisierung abbilden, sondern uns auf ein spezialisiertes Themenfeld beschränken und darin gut aufgestellt sind.

Welchen Nutzen ziehen Sie aus der Digitalisierung für Ihr Unternehmen?

Einen der absoluten Vorteile der Digitalisierung für uns ist, dass heutzutage nahezu von überall von der Welt aus gearbeitet wird. Es muss nur die richtige Infrastruktur und ein gut funktionierendes Internet geben, dann ist das kein Problem. Interessant finde ich auch wie einige „Big Player“, bei denen man nie vermutet hätte dass diese sich mal ändern müssten, ins umdenken kommen. Viele „neue Player“ auf dem Markt haben sehr gute disruptive Geschäftsmodelle (z.B. Amazon, uber, airbnb etc.) mit denen sie die großen Anbieter gewaltig in Bewegung gebracht haben. Das passt nicht jedem, aber wer nicht innovativ denkt und sich auf diese Prozesse gedanklich einlässt, den wird es je nach Geschäftsmodell nicht mehr ganz so lange auf dem Markt geben.

Was macht die Arbeit als Dozent so interessant für Sie?

Ich finde es ganz wunderbar Menschen Wissen auf eine praktische Art und Weise zu vermitteln. In Wissen liegt der Schlüssel zum Erfolg. Wer das erkennt und für sich nutzt wird immer erfolgreich sein. Deswegen sollte man sich ständig weiterbilden. Ich selbst mache fast jedes Jahr eine neue Weiterbildung. Aber das spannendste an der Tätigkeit als Dozent ist es, viele verschiedene Menschen aus den unterschiedlichsten Unternehmen kennenzulernen. Von einer „one man show“ bis zum Geschäftsführer eines Großunternehmens trifft man auf die unterschiedlichsten Typen von Menschen und das macht enorm viel Spaß. Auch ich lerne in jedem Lehrgang sehr viel und das treibt mich an.

Wem würden Sie diesen Kurs empfehlen und warum?

Im Grunde genommen jedem den die Digitalisierung umtreibt. Das Thema ist zumeist Chefsache, aber auch Abteilungsleiter oder Strategieberater werden wir in dem Lehrgang antreffen. Ich freue mich auf eine buntgemischte Teilnehmergruppe und bin gespannt, wie weit die einzelnen Teilnehmer und Unternehmen bei ihrer eigenen Digitalisierung sind.

Vielen Dank für das Interview, Eric Heinemann, Head of Digital Consulting bei der Digitalagentur hanseflow aus Hamburg.