Posted by on 18.04.2018 in Herzklopfen

Wie wird man eigentlich ein „Querdenker“?

Alles begann 1988 auf der kleinen schwedischen Insel „Sandham“. Wir segelten von Stockholm durch den Schärengarten und erreichten abends unser Ziel. Wir – das waren 25 MitarbeiterInnen des „Hans Brindfors Annonsbyrå“. (Damals die beste Werbeagentur in Europa). Unser größter Kunde war ein unglaublich erfolgreiches Möbelhaus. Am Abend gab es ein kleines Abendessen, so war es gedacht. Aber da, wo Schweden zusammen sind, wird aus einem kleinen „Middag“, schnell ein Fest. Es wurde viel erzählt, viel gelacht. Und … viel getrunken. Als wir am nächsten Morgen um 08:00 (!) Uhr in den Seminarraum stolperten, verschlafen und verkatert, hatte ich eigentlich nur einen Wunsch. Hoffentlich geht das Seminar über „lateral thinking“ schnell vorbei.

Doch dann geschah das „Wunder“. (Es gab keine Erscheinung. Kein Erdbeben. Es gab eine einfache Frage: „Eine Frau bringt in einer Nacht zwei Söhne zur Welt. Sie ist die leibliche Mutter. Doch die beiden Söhne, Pelle und Lasse, sind keine Zwillinge. Warum?“ Auf einmal waren „Öl und Akquavit von gestern“ vergessen. Ein Ruck ging durch die Truppe. Wie sollte so etwas denn möglich sein? Die Lösungsvorschläge prasselten nur so danieder: „Da sind keine eineiigen Zwillinge.“ „Das hängt mit dem Sternzeichen zusammen? „Die Kinder sind von zwei Vätern“…

Und plötzlich...

…hatte ich die Lösung. Ich schaute über den Tellerrand. Ja, Pelle und Lasse waren keine Zwillinge. Denn es waren Drillinge!!! Im Laufe der Nacht wurde auch noch Åsa, ihre kleine Schwester geboren.

Was Aspirin und Kaffee nicht geschafft hatten, der Inhalt von „lateral thinking“ machte mich hellwach. Und er begeisterte mich. Daran hat sich bis heute nicht geändert. Ich habe unzählige Bücher über „lateral thinking“ – so heißt Querdenken auf englisch – gelesen. Habe Kurse mitgemacht. Firmen besucht, die querdenkerisch sind (z.B. eIn „Obstunternehmen“ in Cupertino). Dort habe ich viel gelernt, gestaunt, gedacht. Habe erkannt, dass Querdenken die ideale Basis für Innovationen und Veränderungen ist. Erst war „Quer-Denken“ ein Hobby, dann eine Leidenschaft. So war es nur logisch, dass dann daraus auch mein Beruf wurde. Ich verkaufte die Anteile an meiner Agentur (eine der größten in Hamburg) und legte los. Als „Scheuklappen-Entferner“, Sparringspartner, Stratege, „Nein-Sager“.

Dozent: Georg Schumacher

Seit 2007 bin ich Lehrbeauftragter für „Querdenken“ an der THM (Technische Hochschule Mittelhessen). Und noch eine Innovation in eigener Sache: Mein ursprünglicher Job war Texter. So war es auch naheliegend, „Querdenkereien“ zu schreiben. Die Bücher und Spiele haben sich bis heute mehr als 100.000fach verkauft.

Es tut uns leid, es sind keine Beiträge vorhanden.

Und hier möchte ich aus dem „ich“ mal ein „wir“ machen. Denn natürlich gibt es Menschen, die mit mir das „Querdenker-Network“ bilden. (Experten, Macher, Entrepreuneure, Anpacker, Möglichkeiten-Finder). Das Team ändert sich mit jedem Auftrag, mit jedem Projekt. To make a long story short.

Seit der Gründung des „Querdenker-Networks“ habe ich hunderte von Workshops, Seminare und Vorträge über Querdenken, Kreativität und Innovation „absolviert“.

Vor 8 Menschen.

Vor 800 Menschen.

In kleinen Unternehmen.

Für Dax-Konzerne.

© Georg Schumacher

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