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Im Gespräch mit Dr. Andrea Martini

Dr. Andrea Martini, Dipl- Volkswirtin und Betriebswirtin (WAH) war mehrere Jahre bei McKinsey & Company, einer führenden Top-Management Beratung tätig, wo sie Klienten unterschiedlicher Branchen bei der Strategie- und Organisationsentwicklung unterstützt hat. Die Kenntnisse, die sie in der Rolle der Unternehmensberaterin und Projektleiterin erworben hat, nutzt Sie heute als Beraterin und Trainerin für Präsentation und Projektmanagement.

Was kann man von den Top-Management-Beratungen lernen?

Top-Management-Beratungen werden meist mit der Lösung von komplexen Problemen beauftragt, für die es keine Standard-Lösungswege gibt. Diese Herausforderungen meistern sie mittels eines systematischen Handwerkszeugs für das inhaltliche Projektmangement sowie für die Präsentation der Ergebnisse.  Jeder Berater, aber auch jede Fach- und Führungskraft, die an anspruchsvollen Projekten arbeitet, kann mit Hilfe dieser Tools Probleme effektiver lösen und Ergebnisse überzeugender kommunizieren.

 

Was versteht man unter inhaltlichem Projektmanagement?

Beim inhaltlichen Projektmanagement geht es vor allem um eine systematische Schritt-für-Schritt-Vorgehensweise und um eine hierarchische Zerlegung des Problems in seine Bestandteile. Stellen Sie sich vor, Sie bekommen einen Projektauftrag von Ihrem Chef, bei dem es darum geht, eine Empfehlung für eine neue, komplexe Fragestellung zu erarbeiten. Ihnen ist zunächst nicht klar, wie Sie angesichts der Vielzahl der Lösungsmöglichkeiten und relevanten Informationen mit überschaubarem Aufwand zum Ziel kommen. Hier hilft der strukturierte Problemlösungsprozess.

 

„Arbeiten Sie mit Hilfe eines Strukturbaumes die einzelnen Bestandteile des Problems und deren Zusammenhänge heraus.“

 

Wie geht man konkret vor?

Zu Beginn schafft eine eindeutige Problemdefinition Klarheit über Ihren Auftrag. Anschließend arbeiten Sie mit Hilfe eines Strukturbaumes die einzelnen Bestandteile des Problems und deren Zusammenhänge heraus. Ist das Problem auf diese Weise zerlegt, entwicken Sie die ersten Hypothesen. Das sind Ihre Wegweiser bei der folgenden Priorisierung der Teilaspekte für die Analyse und die Entwicklung Ihrer Empfehlung. Indem Sie die Problemstruktur vollständig abbilden und bewusst entscheiden, welche Aspekte Sie weiterverfolgen und welche nicht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die wesentlichen Aspekte fokussieren und die Teilfragen in einer zweckmäßigen Reihenfolge bearbeiten.

 

Welche Fehler sind typisch bei Präsentationen?

Häufig fehlt in Präsentationen der rote Faden.  Die Inhalte erzählen dann keine überzeugende Geschichte, sondern wirken einfach aneinander gereiht. Auf Schaubildern sind die Informationen oft nicht adressaten-gerecht aufbereitet – sei es, dass viel Text oder dass der Titel keine klare Kernaussage liefert. Die Aufmerksamkeit der Adressaten ist begrenzt. Gelangweilte sowie überforderte Zuhörer klinken sich aus – Sie erreichen sie nicht mehr.

 

„Eine Geschäftspräsentation ist kein Krimi.“

Welche Tipps haben Sie für gelungene Präsentationen?

Ich finde zwei Dinge besonders hilfreich. Erstens, beginnen Sie die Vorbereitung einer Präsentation immer mit der Geschichte, die Sie erzählen wollen und erstellen Sie die Schaubilder erst, wenn Ihre Geschichte feststeht. Zweitens, stellen Sie Ihre Kernbotschaft an den Anfang Ihrer Geschichte und liefern Sie die Argumente für die Kernbotschaft im weiteren Verlauf der Präsentation. Eine Geschäftspräsentation ist kein Krimi. Ihre Zuhörer können Ihnen besser folgen und Ihre Argumente genauer überprüfen, wenn Sie möglichst früh das „Big Picture“ kennen, über das Sie sprechen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mir Ihrer Präsentation Ihr Ziel erreichen, z.B. dass direkt im Anschluss eine bestimmte Entscheidung gefällt werden kann, steigt.

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